Ja, hier bin ich also.
Alleine, unsichtbar für Lebende und für immer dazu verdammt herum zu irren. Naja, vielleicht ist das der falsche Ausdruck, schließlich macht mir das Dasein als Geist auch Spaß, nur ist es manchmal echt laaangweilig!
Ich habe meine Geschichte vielleicht etwas ungeschickt angefangen, das war nämlich nicht der Anfang.
Angefangen hat alles, als ich noch gelebt habe - logischerweise.
Also, als ich lebte, da war ich ein zufriedener, hormonell überforderter, fünfzehnjähriger Teenager, der die meiste Zeit am PC verbrachte und sich nur vom Sofa erhob, um in die Schule zu gehen oder etwas zu essen und zu trinken. Aber Schluss mit den Lügen: In Wahrheit war ich ein zutiefst gelangweilter und einsamer Teenager, der keinen Bock mehr hatte, die Schulbank zu drücken.
Und dann hatte ich übers Wochenende sturmfreie Bude und da stand plötzlich dieser seltsame Junge namens Fedri vor meiner Tür. Er erzählte mir von einem Leben, das alles andere als langwelig sei und in dem man mehr erlebte als ein hundertjahre alter Sack.
Gut, dachte ich, schön, klingt ja ganz interessant. Also bat ich ihn herein, einen verwahrlosten Strolch, den ich nicht kannte, von dem ich nicht mehr wusste als seinen Vornamen und dass er eine lebhafte Phantasie zu haben schien.
Im Großen und Ganzen klang das, was er erzählte, total verrückt und abgedreht, aber gerade das machte es so interessant und aufregend für mich.
"Du kannst was Neues ausprobieren!", schwärmte Fedri: "Diese Chance ist einmalig! Die kriegste kein zweites Mal!"
Ich blieb etwas misstrauisch, aber die Neugier siegte schließlich doch: "Na dann schieß mal los!", forderte ich, aber anstatt eine Erklärung zu bekommen, schnappte sich mein Gast die kleine Lampe vom Tisch und zog sie mir über den Kopf.
Reizend, nicht?
Und so hatte ich mich in die Scheiße geritten.
"Tut mir leid, Kumpel ...", murmelte er. Ich merkte noch, wie er mich irgendwohin schleifte, dann verlor ich komplett das Bewusstsein.
Wenn ich gewusst hätte, wo ich wieder aufwachen würde, hätte ich Fedri die Tür vor der Nase zugeknallt, als ich es noch konnte ...
Atakah
|